Jäff mer ens de’ Scheff!

Das war die unwirsche Reaktion eines Bauern auf die Auskunft einer Mitarbeiterin der Pronsfelder Molkerei, der sich unser Eifeler Dialekt nicht erschloss. Er wollte „e Pond Kies“ bestellen und hatte die prompte Antwort bekommen: „Tut mir leid, Sie haben sich verwählt. Wir sind kein Baustoffhandel!“ (Die Anekdote ist belegt).

Die junge Frau konnte ja nicht wissen, dass der Mann nicht nach „Kies“ im Sinne von grobem Sand zur Betonherstellung oder als Drainagematerial gefragt hatte. Ebenso wenig ahnte sie, dass mit „Kies“ bei uns in der Westeifel – je nach Dorf – „Käse“ gemeint ist. Wie sich später herausstellte, hatte der Besteller eigentlich „Klatschkäs“ gewollt, also hochdeutsch Quark.

Während die Mitarbeiterin am Telefon in dieser Angelegenheit völlig auf dem Schlauch zu stehen schien, hatte ihr Gegenüber die Antwort offensichtlich in den falschen Hals bekommen.

Ganz anders verlief die Kommunikation gestern beim Tierarzt, als ich unversehens Zeuge einer ungewöhnlichen Szene wurde: Ein Hundebesitzer verlangte „etwas FÜR die Milben in den Ohren von meinem Hund“. Hier kam glücklicherweise nicht die Frage auf, ob der Mann die lästigen Parasiten auch noch füttern wollte. Man kannte offensichtlich die Spitzfindigkeiten unseres Dialekts.

Anmerkung zum Klatschkäs’

Früher wurde die dickgelegte Milch in ein Leinentuch (den „Sack“) gefüllt, damit die Molke abtropfen konnte. Wenn die Masse die richtige Konsistenz erreicht hatte, wurde der frische Käse aus dem Tuch mit Schwung in eine Schüssel oder auf einen Teller befördert. Das dabei entstehende, klatschende Geräusch – ein feuchtes „Klatsch“ – gab dem Produkt seinen Namen.

2. Die Etymologie des Wortes „Käse“

Das Wort „Käs“ (oder Kas) leitet sich vom lateinischen caseus ab. In der Dialektgeographie der Eifel wird sprachwissenschaftlich streng zwischen gereiftem Käse und dem „ungereiften“ Frischkäse unterschieden. Während „Quark“ ein Lehnwort aus dem Westslawischen (twarog) ist, das sich erst ab dem 14. Jahrhundert von Osten her im deutschen Sprachraum ausbreitete, blieben die westlichen Dialekte (Rheinland, Pfalz, Eifel) oft bei den älteren, deskriptiven Bezeichnungen auf Basis von „Käse“.

Titelbild: Von SKopp – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0